Benjamin Graham

Der Name Graham & Scales©, unser Unternehmensname, leitet sich von Benjamin Graham in Kombination mit „Scaleup Companies“ ab. Der Begriff stammt aus dem Englischen „to scale up“ und bedeutet übersetzt in etwa „vergrößern“ oder „aufsteigen“. Ein Scaleup ist ein Startup, das sich in der besonderen Phase schnellen Wachstums befindet und wird statistisch gesehen durch eine durchschnittliche jährliche Rendite von mind. 20 % in den letzten drei Jahren gekennzeichnet. Solche Startups identifizieren wir schon vorher als „Scaleups to be“ und legen unseren Fokus sehr stark in diese Richtung, weswegen wir ihn in unserer Marke verankert haben.

Aber wer ist Benjamin Graham eigentlich? Der andere Teil unserer Corporate Identity … Er gilt als eine der Legenden der Wall Street, als Begründer der Value-Strategie und der modernen Wertpapieranalyse sowie als „Der intelligente Investor“. Sein gleichnamiges Buch stellte später auch die Weichen für die außergewöhnlich erfolgreiche Finanz-Karriere des bekannten Warren Buffett, dem späteren Schüler von Graham. Die Lehre von Graham führte wirtschaftliche Kennziffern ein, die heute nicht wegzudenken sind. Ein Beispiel ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das jedem im Finanz-Sektor-Tätigen etwas sagen dürfte.

Doch noch ein Blick weiter in die Vergangenheit: Es ist das Jahr 1894, genauer der 9. Mai, in London. Graham, damals noch geboren als Benjamin Grossbaum, wird als dritter und jüngster Sohn in eine Familie mit einem Londoner Porzellangeschäft hineingeboren. Lange soll er in London aber nicht verweilen, denn bereits ein Jahr später wandern die Grossbaums in die Vereinigten Staaten aus. Der Grund: Sein Vater möchte dort eine Zweigstelle des Grossbaumschen Porzellangeschäfts eröffnen. Die ersten Jahre lebte Graham mit seinen beiden älteren Brüdern in New York in gutem Wohlstand. Doch im Jahr 1903 stirbt sein Vater, was den wirtschaftlichen Niedergang der Familie nach sich zieht, denn Grahams Mutter hatte weniger Geschäftssinn oder auch einfach kein Glück: So hat sie es zunächst leider nicht geschafft, sich eine Rente aufzubauen und verliert während der damaligen Finanzkrise im Jahr 1907 im großen Crash fast das gesamte Familien-Vermögen durch kreditfinanzierte Aktienspekulationen, die allesamt einen Totalausfall erleiden. Wer weiß, ob das dazu beigetragen hat, dass sich Graham als bekannte Value-Legende später eher auf den Kapitalerhalt konzentriert hat.


Im Gegensatz zu seinem späteren Schüler Warren Buffett standen beim jungen Graham zunächst nicht die wirtschaftliche Angelegenheiten im Vordergrund, sondern eine klassische Ausbildung. war Als ausgesprochen fähiger Schüler, der die Bücher nur so verschlang, übersprang er mehrfach Klassenstufen. Seine berechtigten Hoffnungen auf ein Stipendium für das Columbia College wurden allerdings wegen einer Verwechslung innerhalb der Universitätsverwaltung zunichte gemacht – zunächst zumindest. Durch das aus seiner Sicht verlorene Jahr angetrieben, war Graham (damals 17 Jahre alt) motiviert seinen Abschluss in nur drei statt vier Jahren zu absolvieren, als der Verwechslungsfehler im folgenden Jahr korrigiert wurde. Dies konnte er sogar überbieten und schloss bereits nach nur zweieinhalb Jahren als Zweitbester ab – mit einem laufenden Vollzeitjob nebenbei. Graham wurden Angebote von den Fachbereichen Philosophie, Mathematik und Englisch unterbreitet, um bei jenen eine akademische Laufbahn weiterzuverfolgen, doch der Dekan des Colleges empfahl dem damals 20-Jährigen, eine Karriere an der Wall Street zu starten. Daraufhin fing Graham im Jahr 1914 bei der Maklerfirma Newburger, Henderson & Loeb an, ohne je einen Wirtschaftskurs belegt zu haben.


Im Laufe seiner Karriere durchlief Graham diverse Stationen. Sei es als Laufbursche oder in der Rentenabteilung von Newburger, Henderson & Loeb, ihm wurde schnell klar, dass er zwar nicht als ein guter Anleiheverkäufer durchging, aber dafür ein umso besserer „Statistiker“ war, wie Wertpapieranalysten damals bezeichnet wurden. Und so wurde er kurzerhand zur Abteilung der Wertpapieranalysten ernannt, da es zu gegebenem Zeitpunkt noch keine bei Newbuger, Henderson & Loeb gab. Im Jahr 1915 gelang ihm schließlich sein erster Erfolg im Bereich des Value Investings: Laut Grahams Einschätzung wurde die Guggenheim Exploration Company kurz nach ihrer Auflösung viel niedriger bewertet als die einzeln gehandelten Teile des Unternehmens, wodurch es möglich war, einen Arbitragegewinn zu erwirtschaften. Durch seinen Erfolg bestätigt, machte Graham sich auf, um weitere unterbewertete Aktien zu suchen und die Firma nahm den damals 26-Jährigen 1920 als Partner auf. Mit einem geschätzten damaligen Einkommen in Höhe von ca. USD 500k hat er den Wohlstand seiner Familie wieder hergestellt.

Nach einiger Zeit gründete Graham seine erste eigene Vermögensverwaltungsgesellschaft. Im Jahr 1926 wagte er anschließend zusammen mit dem Broker Jerome Newman einen Neuanfang in Form der gemeinsamen Investmentpartnerschaft Graham-Newman Corp. und begann kurz darauf, zwei Jahre später, eine Lehrtätigkeit an der Columbia University, wo er bis 1957, also bis zu seinem Ruhestand, lehrte und große Namen wie Warren Buffett, Walter Schloss und Irving Kahn unterrichtete.

Nachdem der Börsencrash von 1929 von dem vor der Krise durch Graham verwalteten Kapital in Höhe von USD 2,5 Mio. einen Großteil mit in den Untergrund riss, sodass 1932 nur noch rund USD 375k Dollar übrig waren, arbeitete Graham fünf Jahren unentgeltlich daran, das Vermögen seiner Kunden wieder herzustellen. In dieser Zeit verfasste er auch zusammen mit David Dodd sein Werk „Securities Analysis“ und später, im Jahr 1949 das Buch „The Intelligent Investor“. Letzteres war an einem breiteren Publikum orientiert und führte u.a. dazu, dass Warren Buffett bei Graham lernte. Und so hatte der Lehrer seinen Meisterschüler gefunden, der später (1954) sogar als Mitglied in die Graham-Newman Society aufgenommen werden sollte, und tatsächllich war Buffett wohl der einzige Student, der jemals einen Graham-Kurs mit der Note A+ abschloss. Im Jahr 1956/1957 beschloss Graham, sich zur Ruhe zu setzen und hatte zu diesem Zeitpunkt nie wieder Geld verloren – er hatte für seine Kunden eine jährliche Rendite von rund 17 % erzielt. Ab seinem Ruhestand genoss Graham sein Leben in vollen Zügen, wobei das auch im Privatleben schon immer ein wenig turbulent war (er war dreimal verheiratet), bis er 1976 in Frankreich starb.

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